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Fotos: Bernd Horstmann


 

„Versuchen die Flamme zu schüren!“

Würdevolle Gedenkfeier am Denkmal in Todtenhausen

„Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Schüren der Flamme. Wir wollen uns mit dieser Gedenkfeier die Erinnerung an die große Schlacht vor 250 Jahren bewahren und gleichzeitig versuchen, eine Flamme zu schüren: die Flamme für Frieden, Freundschaft und Verständigung unter den Völkern dieser Erde.“ Mit diesen Worten schloss Stadtmajor Klaus Piepenbrink die Gedenkfeier anlässlich der 250. Wiederkehr des Gedenktages zur Schlacht bei Minden am Denkmal in Todtenhausen.

Vorausgegangenen war eine würdevolle Gedenkstunde, die einmal mehr vom „Bewahrer des Gedenkens“, dem Mindener Bürgerbataillon organisiert worden war. Vor zahlreichen Ehrengästen und den angetretenen Ehrenzügen der Bundeswehr, britischer Traditionsregimenter und Angehörigen des Bürgerbataillons unter dem Kommando von Hauptmann Volker Krusche sowie vielen Mindener Bürgerinnen und Bürgern ging Stadtmajor Piepenbrink in seinen Ausführungen zunächst auf die Mindener Bevölkerung und die Mitglieder des Bürgerbataillons im Jahre 1759 ein. „1759 sind unsere Vorfahren mit großer Sicherheit nicht direkt an der Schlacht beteiligt gewesen. Sie haben aber in der Zeit vor und nach der Schlacht bei Minden unter dem Kriegszustand gelitten. Schließlich war die Stadt von den Franzosen besetzt, so dass es in vielen Häusern Mindens Einquartierungen von Soldaten gab, die zum einen verköstigt werden mussten, zum anderen den damaligen häuslichen Ablauf sehr belasteten.“ Die große Bedeutung des Ausganges der Schlacht bei Minden zu Gunsten der vereinigten Truppen Preußens, Englands, Hannovers, Hessen-Cassels, Braunschweigs und Schaumburg-Lippe unter der Führung Ferdinands von Braunschweig über die französische Armee sei heute allen bewusst.

Minden sei eine kurze Schlacht, die am frühen Morgen begann und nur bis zum späten Nachmittag dauerte, gewesen. Der Infanterie sei es dabei gelungen, mit aufgepflanzten Bajonetten die französische Reiterei in die Flucht zu schlagen. Wäre es Marschall Contades am 1. August 1759 gelungen, sich des Stammlandes des englischen Königs – Hannover – zu bemächtigen, dieser z.B. überaus wichtigen handelspolitischen Schlüsselstellung, hätten die Franzosen mit diesem Faustpfand die Engländer zur Freigabe der nordamerikanischen Besitzungen zwingen können. „Das dies jedoch nicht geschehen ist, ist in erster Linie das Verdienst des Herzogs von Braunschweig.“ Das allerdings hätten seine siegreichen Truppen am Abend des 1. August 1759, als sie sich mit weißen und gelben Rosen aus Mindener Gärten an der Stiftsallee und der Marienstraße schmückten, nicht geahnt! „Wenn wir hier heute der Schlacht gedenken, ist dies nur möglich, wenn wir den Menschen gedenken, die an dieser Schlacht beteiligt waren.“ Unter der Führung des Herzogs von Braunschweig bestand die Armee aus 41.000 Mann und 170 Geschützen. Das britische Kontingent umfasste zusätzlich ca. 10.000 Mann. Die französische Armee ging mit 51.000 Mann und 162 Geschützen sowie 10.000 Mann Kavallerie in die Schlacht. Insgesamt waren also rund 110.000 Mann an der Schlacht beteiligt. Zum Vergleich: Die Stadt Minden zählte übrigens in den Jahren 1722 bis 1783 zwischen 3000 und 5000 Einwohnern! „Die Verluste durch die Schlacht werden auf alliierter Seite mit insgesamt ca. 4.000 Mann, auf Seiten der Franzosen mit bis zu 11.000 Mann angegeben“, führte der Stadtmajor aus.

Anschließend legten Bürgermeister Michael Buhre, Landrat Dr. Ralf Niermann und Major General Mungo Melvin unter Mitwirkung von Stadtmajor Klaus Piepenbrink und seinen Adjutanten Rittmeister Gerd Möller und Oberleutnant Dieter Thäsler Kränze am Denkmal nieder. Gleiches tat auch Lt Col Alex Wilson, dessen Urahn bei der Schlacht 1759 gefallen war. Danach gedachten Vertreter der Royal British Legion den Gefallenen.

Die Kommandeure der britischen Traditionsregimenter verliehen zum Abschluss der Gedenkfeier am Denkmal ihren Soldaten symbolisch die "Minden Rose" - in Anlehnung an die Schlacht bei Minden. Die Rosen werden traditionell weltweit am 1. August in den Regimentern verliehen, die an der siegreichen Schlacht teilgenommen haben. Die Soldatentragen sie den ganzen Tag an ihren Kopfbedeckungen oder Uniformen.