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Fotos: Bernd Horstmann
Jazz-Summer-Night 2011
Musik-Legenden begeisterten Publikum
Zum
30. Mal fand am Samstag die „Jazz Summer Night“ des Jazz
Club Minden statt. Tausende Menschen folgten der Einladung des
Jazz Clubs, auf dem Mindener Marktplatz ein musikalisches
Ereignis ersten Ranges mitzuerleben. Allein für den Auftritt
der Musik-Legende „Blood, Sweat & Tears“ waren Besucher
von weither angereist, aber auch mit der Auswahl der drei
weiteren Bands bewies der Jazz Club abermals ein glückliches Händchen.
Dank der Unterstützung durch Sponsoren konnten die Besucher das
alles wie immer bei freiem Eintritt genießen. Auch das Wetter
spielte diesmal mit: Bei sommerlichen Temperaturen blieb es den
ganzen Abend trocken.
Zum
Jubiläum seines jährlichen Openairs hatte der Jazz Club ein
Programm zusammengestellt, das sich nicht nur als musikalisch
hochwertig erwies, sondern offensichtlich auch ganz den
Geschmack eines breiten Publikums getroffen hatte. Schon zum
Start mit der RatsBigBand war der Marktplatz außergewöhnlich
gut gefüllt. Unter der Leitung von Martin Guth präsentierten
die jungen Musikerinnen und Musiker der Bigband des
Ratsgymnasiums Minden ein abwechslungsreiches Programm mit
bekannten Jazz-Standards und einigen Beatles-Stücken auf
erstaunlich hohem Niveau. Begeisterte Jubel-Stürme begleiteten
den Auftritt der Schul-Bigband mit Gast-Sängerin Hanna Young,
die sich mit „Here Comes The Sun“ und „Summertime“
vorerst auch von den heimischen Bühnen verabschiedete: Die 17-Jährige
wird im Oktober als Stipendiatin der Juilliard School nach New
York gehen. Großes Lob für die Gymnasiasten gab es sogar von
Trompeter Nils Wülker, der am Rande
der Bühne bereits auf seinen allerersten Auftritt mit
der Band Mo‘ Blow wartete. Die Berliner Band Mo‘ Blow hatte
gleich zwei Gastmusiker mitgebracht, die ihrem ohnehin schon
rundum begeisternden Funk-Jazz zusätzliche Würze verliehen.
Neben Nils Wülker, der seinen Ruf als einer der besten
deutschen Musiker auf Trompete und Flügelhorn eindrucksvoll
untermauerte, hinterließ Torsten Goods als wundervoller Sänger
und begnadeter Gitarrist bleibende Eindrücke und Mo‘
Blow-Saxofonist Felix Falk heizte das Publikum immer wieder mit
seinem herrlich energetischen Spiel an. Besonders seine funkigen
Einsätze auf dem Bariton-Saxofon sorgten immer wieder für
Jubel. Den gab es auch für die dritte Band des Abends zuhauf. Für
ihr Projekt „Northern Soul Nights“
hatten Gitarrist und Sänger Leroy Emmanuel und seine LMT
Connection mit Soul-Sänger Melvin Davis ein echtes Original der
Motown-Soul-Ära mitgebracht. Der 70-jährige schwarze Hüne im
weißen Anzug sorgte schon allein optisch für Eindruck,
musikalisch ließ er die große Zeit des Soul imposant aufleben.
Ebenso wie Musik-Legende Leroy Emmanuel: Mit großartig
interpretierten Songs, die einst von Größen wie Curtis
Mayfield oder Donny Hathaway bekannt gemacht wurden, zog der
ausdrucksstarke Sänger, fantastische Gitarrist und Sympathieträger
die Besucher in den Bann und erntete begeisterten Applaus. Eine
bessere Vorlage für den Höhepunkt des Abends hätte es kaum
geben können. Nach kurzer Umbaupause war es dann gegen 23.15
Uhr soweit: Legenden der Musikgeschichte betraten bestens
gelaunt und willens, dem Mindener Publikum eine unvergessliche
„Jazz Summer Night“ zu bereiten, die Bühne. Und es dauerte
nicht lange, da hatten „Blood, Sweat & Tears“ tausende
Menschen fest im Griff. Auf technisch höchstem Niveau und mit
einer umwerfenden Präzision bei gleichzeitig absolut
begeisternder Lockerheit fegten die sympathischen Musiker durch
ein Programm, das keine Wünsche offen ließ und die geistige
Idee der Jazz Summer Night aufs Schönste transportierte:
Menschen mit Musik zu begeistern, die Popularität und Anspruch
verbindet. „Blood, Sweat & Tears“ gelang dies mit einem
geschmackvollen Mix, in dem frisch interpretierte eigene Hits
wie „Spinning Wheel“ oder „You Make Me So Very Happy“
ebenso ihren Platz hatten wie die großartige Bläser-Section in
Jeff Lorbers „Surreptitious“ zur Hochform auflief. Restlose
Begeisterung bei den Besuchern, die sich – dank des
vorbildlich eingehaltenen Zeitplans – auch noch über eine
Zugabe freuen konnten.
12.07.2011
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