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Fotos: Bernd Horstmann
Cæcilie Norby und
Band begeisterte Publikum
Von Kerstin
Rickert
Minden
(kr).
Mit einem außergewöhnlichen und ebenso beeindruckenden Konzert
begeisterte die dänische Sängerin Cæcilie Norby am
Samstagabend das Publikum im gutbesuchten Jazz Club Minden. Am
Ende eines musikalisch anspruchsvollen, von einer großen Stimme
und durch brillantes Ensemblespiel getragenen Konzertabends
blieb nur ein Wunsch offen.
Das anfängliche
Erstaunen über die Unähnlichkeit der leibhaften Cæcilie Norby
mit ihrem Pressefoto wich schnell restloser Begeisterung. Der
Einstieg ist mit dem Joni-Mitchell-Klassiker „Both Sides Now“
erstklassig gewählt, drückt der Titel doch perfekt aus, was
der Zuhörer an diesem Abend zu erwarten hat. Die „beiden
Seiten“, von denen im Stück die Rede ist: Für Cæcilie Norby
sind es Klassik und Jazz, die in ihrem Leben schon immer eine
Rolle spielten und auf ihrem neuen Album „Arabesque“ eine
geradezu zauberhafte Verbindung eingehen. Schon gleich das
zweite Stück „The Dead Princess“, das auf Maurice Ravels
„Pavane pour une infante défunte“ basiert, bringt dies
grandios zu Gehör. Cæcilie Norby hat es – und auch weitere
klassische Meisterwerke von Debussy, Satie oder Rimsky-Korsakov
– mit eigenem Text versehen und verbreitet mit ihrer
ausdrucksstarken, zwischen
sonorem Alt und engelsgleichen Höhen pendelnden Stimme eine von
knisternder Spannung durchzogene Atmosphäre. Begleitet wird
sie, wie so oft an diesem Abend, nur von dem Bassisten und
Cellisten Lars Danielsson, ihrem Ehemann, der nicht nur durch
die absolute Beherrschung seiner Instrumente glänzt, sondern
besonders auch durch das einzigartige Gefühl und die enorme
Spannung in seinem Spiel begeistert. Die Vielfalt seines
Klangkosmos, die Rasanz seiner perfekt aufeinander abgestimmten
Notenfolgen, die herrlich perkussiven Rhythmen, die er erzeugt,
treffen immer wieder auf begeisterten Beifall und gehen mit der
stimmlichen Ausdruckskraft Cæcilie Norbys eine vortreffliche
Verbindung ein, die berührt, fasziniert und in dieser Form wohl
ebenso außergewöhnlich wie einzigartig ist. Auch mit der Wahl
von Katrine Gislinge als Pianistin, mit der Cæcilie Norby durch
die befreundeten Väter seit der Kindheit freundschaftlich
verbunden ist, beweist die 47-jährige Sängerin ein glückliches
Händchen, zeigt die klassische Konzertpianistin doch besonders
in den klassischen Themen genau das richtige Maß an Gefühl,
Ausdruck und Dynamik. Ihre zarten Klangperlen und die tiefe
Melancholie passend zur Stimme Cæcilie Norbys in „The Tears
of Billie Blue“ auf Basis von Claude Debussys „Clair de Lune“
einfach wundervoll. Das Duett von Cæcilie Norby und Lars
Danielsson in „Somewhere There`s Music” so außergewöhnlich
anders wie überwältigend, Eric Saties „Gymnopédie No.1“,
hier als „No Air“ dargeboten, so fragil und zutiefst berührend,
dass es einem tatsächlich die Luft zum Atmen nimmt und dann die
erste Zugabe „Hallelujah“ – ja, was für eine Stimme, die
sich hier mühelos von ganz unten bis in die höchsten Register
schwingt. Das Publikum kennt kein Halten und fordert mehr. Ein
berauschendes „Love For Sale“ im Duo lässt am Ende nur noch
einen Wunsch offen: Dass Cæcilie Norby und Lars Danielsson den
Titel nicht wörtlich nehmen, denn auf solche Duette möchte man
wirklich nicht verzichten. Ganz famos.
Nächstes
Konzert: Die sechsköpfige Band „Monsieur
Dubois“ ist am Samstag,
19. November, mit mitreißendem Funk-Jazz im Jazz
Club Minden zu Gast.
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