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Von
der Vielfältigkeit zur Eintönigkeit
Seit
1950, mit dem Abriss des letzten Hauses, Hohnstraße 36, gibt es diesen
Straßennamen in Minden nicht mehr. Der Bombenangriff am 28. März 1945
wurden bis auf das eben genannte und die Häuser Hohnstraße 29 (Hagemeyer,
Weserrenaissancegebäude), Nr. 31 (Marienapotheke) und Nr. 34 alle Gebäude
zerstört und 1950 zum Scharn umbenannt. Hohnstraße 34 wurde 1948
abgerissen. Die Hohnstraße und die Scharnstraße zum Scharn zusammen zu
legen bestand schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Stadt kaufte auf
Beschluss der Stadtversammlung seit 1908 kontinuierlich die Hauser der
Mittelzeile (Hohnstraße 2-34) auf, um für die geplante, ab 1920 hier
fahrende Straßenbahn und den zunehmenden Verkehr Platz zu schaffen. Führte
die Trasse der Straßenbahn bis 1950 durch die beengte Scharnstraße,
fuhr sie bis zur Einstellung, Ende 1959, auf der Westseite des Scharns.
Bis Ende der 70er Jahre war der Scharn eine reine Fahrstraße und wurde
dann zur Fußgängerzone umgebaut. In den 90er Jahren gab es zweimal
heftige Diskussionen um den Wiederaufbau von Pavillonen an der Nord- und
Südseite des Scharns durch Mindener Kaufleute, die aber auf Ablehnung
bei der Bevölkerung stießen und daher nicht ausgeführt wurde. Waren
hier bis 1945 viele Einzelgebäude, die von namhaften Einzelhändlern
geführt wurden, ist die Bebauung heute ein einziger Zeilenschlauch aus
der Nachkriegszeit, der, abgesehen von wenigen Ausnahmen, u.a. durch die
Firma Hagemeyer, die Sparkasse Minden-Lübbecke und den Verwaltungsbau
der Stadt Minden geprägt wird.
Quellen:
Baudenkmale von Westfalen, Bd 50 Stadt Minden, Teil IV./1-2
Horst Grätz, 1940-1950, Photographien aus einem bewegenden Jahrzehnt
Die
Ansichtskarte, verlegt vom Bahnhofsbuchhändler Gustav Kaulmann, datiert
aus dem Jahr 1909 und zeigt den Beginn der Hohnstraße mit der 2,50 m
breiten Martinitreppe und dem Haus Markt 2 (Keerl). Wie dieses, ist
jedes der abgelichteten Gebäude (Hohnstraße 1-27 und Hohnstraße 2-14)
mit dem Bombenangriff vom 28. März 1945 zerstört worden und die
Mittelzeile nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut worden. So
kann der Betrachter des heutigen Scharns nur an der Aufpflasterung zur
Nord- und Südseite und an den dazwischen angepflanzten Platanen die
Breite der damaligen Häusermittelzeile erkennen und damit auch die Enge
erahnen, die in diesen beiden rechts und links gelegenen Straßen damals
geherrscht hat.
©
Thomas Ahlert 2003
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