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Straße im Wandel zum hässlichen Entlein

Der Name „Kampstraße“ leitet sich aus dem späten Mittelalter von dem Namen „Camp“ ab, da diese Straße noch lange durch die „Kämpe“ (Felder) führte. In dieser Straße wohnten bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts etliche namhafte und wohlhabende Mindener Bürger. Viele der Gebäude am Martinikirchhof, wie Körnermagazin und Heeresbäckerei, sowie die Gebäude am Anfang der Kampstraße wurden bei dem Bombenangriff vom 29. Dezember 1943, der hauptsächlich die Obere Altstadt traf, zerstört. Die am Martinikirchhof stehenden Häuser wurden nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut. Statt dessen wurde der Martinikirchhof auf dem ehemaligen Grundstück Kampstraße 4 zu den Kulturwochen 1987 mit dem stark umstrittenen Keilstück „bereichert“. Die Häuserzeilen an der Westseite im Bereich der Pöttcherstraße und nach Norden im Bereich der Hufschmiede sowie das Amtsgericht wurden in den 50er- und 60er-Jahren wieder aufgebaut. Danach setzte eine Verwahrlosung dieser Straße ein, die bis heute - nach Meinung des Verfassers - anhält. Auch die Synagoge, zerstört am 9. November 1938, wurde neu errichtet. Ab Ende der 60er-Jahren wurden auf der Ostseite der Kampstraße viele Grundstücke und Gebäude durch die Firma Hagemeyer und Kreissparkasse Minden, heute Sparkasse Minden-Lübbecke, erworben und abgerissen. Hier wurde 1970 für das Kaufhaus Hagemeyer das erste Parkhaus Mindens (Kampstraße 19 und Greisenbruchstraße 1-7) gebaut. Anfang der 80er Jahre entstand auf dem gegenüberliegenden Grundstück, Kampstraße 18-20 ein weitaus größeres Parkhaus für das Kaufhaus. Die ehemaligen Grundstücke Kampstraße 8-14 sind heute Parkplatz der Sparkasse Minden-Lübbecke.

Quelle: Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Bd 50 Stadt Minden, Teil IV./1 Minden 1940-1950, Photographien aus einem bewegenden Jahrzehnt

Die Ansichtskarte ist im Verlag Cramer, Dortmund, erschienen. Der Verlag existiert noch heute. Die Karte ist 1911 gelaufen und zeigt die Kampstraße auf Höhe des Parkhauses Hagemeyer in Richtung der Martinikirche mit dem teilweise bebauten Kirchhof zur Kampstraße, von dem heute nur noch die Schwedenschenke steht.

© Thomas Ahlert 2003