Favoriten werden ihrer Rolle gerecht
Zweite Auflage des porta Marathons lockt mehr als 2000
Läuferinnen und Läufer an
Von Volker Krusche
Sie waren im Vorfeld als Favoriten
ausgemacht. Und sie hielten, was man sich von ihnen versprach.
Die Langläufer aus dem Minden-Lübbecker Land, speziell die, die
auch in der traditionellen Mühlenkreisserie stets eifrig erste
Plätze und Titel sammeln, bestimmten auch die Siegerehrungen der
unterschiedlichen Wettbewerbe der zweiten Auflage des porta
Marathons. Der verzeichnete mit insgesamt 2080 Startern 200
Läuferinnen und Läufer mehr als bei seiner Premiere in 2009.
Klar, dass die Verantwortlichen um
porta-Mitinhaber Achim Fahrenkamp schon während der
Veranstaltung zufrieden drein blickten und von einem Erfolg
sprachen. Allerdings ließ es Fahrenkamp in seiner Bilanz offen,
ob es in 2011 zur dritten Auflage des Lauf-Highlights in
Ostwestfalen kommen wird. Nicht zuletzt aufgrund der starken
Belastung der Mitarbeiter. Die Grundstimmung sei aber positiv
und man wolle im kommenden Jahr gern eine Neuauflage
durchführen, wenngleich nicht um jeden Preis.
Sportlich hat sich der porta Marathon trotz
seines jungen Alters von nur zwei Jahren zumindest in der
heimischen Laufszene bereits fest etabliert. Aus allen Teilen
des Mühlenkreises strömten die Läuferinnen und Läufer gen
Barkhausen, um bei einem der Wettbewerbe an den Start zu gehen.
Mit rund 240 Meldungen scheint der eigentliche Höhepunkt, der
über 42,125 km führende Marathon, in Sachen Beteiligung dabei
sicherlich noch ausbaufähig, ist er nach dem Bielefelder
Verzicht doch die einzige Veranstaltung dieser Art in
Ostwestfalen. Doch in Porta Westfalica bestimmen andere Strecken
und Wettkämpfe das Geschehen. Hier finden die Aktiven in erster
Linie im Halbmarathon oder der Marathon-Staffel ihre sportliche
Herausforderung. Zusammen waren hier weit über 1000 Läuferinnen
und Läufer gemeldet. An die lange Strecke wagen sich, das zeigen
auch die Starterlisten, nicht so viele Teilnehmer aus heimischen
Gefilden heran.
Zum zweiten Mal in die Siegerlisten eintragen
durften sich zwei Aktive des für den sportlichen Bereich
verantwortlichen TuS Eintracht Minden.
Beide allerdings auf einer anderen Strecke
als noch im Vorjahr. Michael Schirrmacher, Marathon-Sieger in
2009, absolvierte diesmal den Halbmarathon. Nach seiner
Verletzung (Fersensporn), die ihn Mitte vergangenen Jahres außer
Gefecht gesetzt hatte, zog er wohl die kürzere Distanz vor,
präsentierte sich hier aber in hervorragender Verfassung.
Bereits nach fünf Kilometern war auch der
letzte verbliebene Widersacher abgeschüttelt, so dass der
Lokalmatador einsam seines Weges lief. Im Ziel hatte er
schließlich 50 Sekunden Vorsprung auf den Lübbecker Berglöwen
Bernd Nedderhoff. Dritter wurde Bernd Krauße (Eintracht Minden).
Bei den Frauen hatte hier bei der Premiere Silke Rösener
gewonnen. Die aber entschied sich diesmal für einen Start beim
Marathon und wurde dabei ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht.
Schon die letzten Läufe hatten gezeigt, dass sich die für
Eintracht startende Hillerin in bestechender Form befindet. Und
die zeigte sie auch auf den 42,125 km, als sie letztlich mit
einem Vorsprung von mehr als 21 Minuten (!) auf die
Zweitplatzierte Imke Helling und fast eine halbe Stunde auf die
Nächstplatzierten das Ziel erreichte. Mit ihrer Zeit von 3:02:42
Stunden hatte sie lediglich fünf Männern den Vortritt lassen
müssen - allerdings nicht einem aus dem Mühlenkreis. Klasse! Den
Sieg beim starken Geschlecht feierte, wie nicht anders erwartet,
Ole Krumsiek vom TSVE Bielefeld in 2:41:07, gut sieben Minuten
vor seinem Vereinskameraden Christian Pahl. Der Vollständigkeit
sei erwähnt, dass der Sieg auf der Halbmarathon-Strecke, auf die
sich insgesamt 620 Läuferinnen und Läufer gemacht hatten, an
Martina Sohl von Endspurt OWL ging, die für die 21,063 km
1:32:30 Stunden benötigte.
Teamspirit kam derweil im Wettbewerb der
Marathon-Staffeln auf. Hier sicherte sich -- ebenfalls erwartet
-- eine gemischte Staffel der TG Werste den Sieg vor dem
Quartett der LG Porta Westfalica. Von den gemeldeten 99 Staffeln
erreichten insgesamt 86 das Ziel, darunter auch zahlreiche
Firmen-, Schulen- oder Vereinsstaffeln, wie die Quartetts des
Herder-Gymnasiums, der 2. Kompanie des Mindener
Bürgerbataillons, der Polizei, des Drachenbootteams der KRK
Blue-Eagles und der Stadt Minden mit Bürgermeister Michael Buhre,
der sein Versprechen aus 2009 einlöste und mitlief.
Die 10 km-Strecken waren indes ganz in der
Hand der Laufspezialisten des ATSV Espelkamp. Sowohl Achim
Hagemeyer bei den Männern ("Die Strecke war mit ihren Anstiegen
nicht leicht"), als auch Anke Kemmener ("Das war heute eine
richtige Strapaze") waren im Vorfeld bereits als Siegaspiranten
ausgemacht und erfüllten souverän das in sie gesetzte Vertrauen.
Riesenandrang herrschte auch erneut bei den
Bambinis, wo fast 600 Kinder, nach Altersklasse getrennt, mit
Feuereifer bei der Sache waren und nach dem Startschuss
losstürmten, als würde es kein Halten mehr geben und das Ziel
nach 50 Metern bereits erreicht sein. Doch da waren noch 950
weitere Meter zu absolvieren. Aber verbissen kämpfte der
Laufnachwuchs um Sieg und Platzierung. Klar, dass es dabei nicht
nur strahlende Gesichter gab, sondern auch die ein oder andere
Träne über die Wangen kullerte.
Insgesamt erfüllte die zweite Auflage des
porta Marathons sportlich alle Erwartungen. Vielleicht müsste im
Umfeld des heimischen Einrichtungs-Hauses noch etwas
Attraktivitätssteigerung betrieben werden, um noch mehr Menschen
nach Barkhausen zu locken. Doch das werden die Verantwortlichen
bei ihrer Analyse sicherlich auch zum Guten geben.
Der porta Marathon hat im Gegensatz zum
ehemaligen Laufevent, dem Rose-Marathon, aufgrund seiner vielen
Wettbewerbe jedenfalls einen neuen Laufboom im Mühlenkreis
losgetreten. Einen, von dem vielleicht auch andere
Veranstaltungen, wie die ohnehin schon beliebte
Mühlenkreisserie, profitierten können. Wichtig wäre allerdings
die Nachhaltigkeit. Und daher kann man nur hoffen, dass für den
3. porta Marathon schnell grünes Licht gegeben wird.
Marathon-Staffel landet auf Platz zwölf
Langläufer der 2. Kompanie etablieren sich unter 99
gemeldeten Quartetts beim porta Marathon im Spitzenfeld
Es regnete nicht, es schüttete aus allen
Kübeln. Doch während die Zuschauer Zuflucht unter ihren
Schirmen, unter Unterständen oder in Zelten suchten, ließen sich
die Läuferinnen und Läufer, die gerade auf der Strecke waren,
auch von Petrus' Wetterkapriolen nicht beirren. So auch die
Schlussläufer der von der 2. Kompanie des Mindener
Bürgerbataillons bei der zweiten Auflage des porta Marathons ins
Rennen geschickten beiden Staffeln. Eisern, den Widrigkeiten zum
Trotze, absolvierten sie Meter um Meter, Kilometer um Kilometer.
So auch Gastläufer Frank Baumgard, ehemaliger Kommandeur des
schweren Pionierbataillons 130 aus Minden, der inzwischen im
Dienstgrad eines Obersts das Cimic-Zentrum in Nienburg führt.
Ihn erwischte die geballte Ladung an Wasser vom Himmel auf dem
letzten Kilometer. Baumgard nahm's mit Humor, befand den
Regenguss als willkommene Abkühlung und lief fast unbemerkt ins
Ziel.
Die Witterung allerdings machte so manchem
Aktiven zu schaffen und sorgte auch dafür, dass angepeilte
Zeiten letztlich nicht ganz erreicht werden konnten. Schwüle,
Regenschauer, Sonne -- die äußeren Bedingungen sorgten zwar
nicht gänzlich für eine Qual, man hätte sich allerdings auch aus
Sicht des Veranstalters einheitlicheres Wetter gewünscht. Zwar
war die Veranstaltung recht ordentlich besucht, die
Wetterkapriolen dürften aber zahlreiche Besucher von einem
Besuch am Ruhe-Sonntag abgehalten haben.
Den Läufern der 2. Kompanie, die einmal mehr
durch die Kameraden der Patenkompanie, der 2./sPiBtl 130,
unterstützt wurden, war die Witterung letztlich egal. Die 1.
Staffel durfte mit ihrer gezeigten Leistung absolut zufrieden
sein. In der Aufstellung, Denis Schall, Marc Willemsen, Martin
Hawer und Frank Baumgard kam man auf eine Gesamtzeit von 3:24:30
Stunden. Damit belegte die "Twoote" unter 99 gemeldeten
Marathon-Staffeln, von denen 86 in die Wertung kamen, einen
ausgezeichneten zwölften Rang. Eine Platzierung, auf die die
sportliche Kompanie des Mindener Bürgerbataillons absolut stolz
sein durfte. Aber auch das Quartett Lars Krückemeyer, Peter
Jahn, Jürgen Detering und Dirk Sork absolvierte gemeinsam die
42,125 Kilometer und durfte sich nach dem Zieleinlauf von
Kompaniefeldwebel Sork entsprechend feiern lassen.
Für alle stand fest: 2011 werden wir wieder
dabei sein. Dann hoffentlich ohne Wetterkapriolen.