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Fotos: Bernd Horstmann

26. Weserspuckerturnier

Schwarz-gelb regiert jetzt auch in der Kampa-Halle: Borussia Dortmund hat am Samstag das 26. Weserspucker-Turnier in Minden gewonnen. Im Finale setzten sich die BVB-Traditionskicker im denkwürdigen Neunmeter-Krimi gegen die nach Verjüngungskur super-starke Weserspucker-Auswahl durch.

Der erste Titel ist unter Dach und Fach. Während das Dortmunder Bundesliga-Team auf dem besten Weg zur Deutschen Meisterschaft ist, durften die Oldies schon am Samstag feiern. »Vor einem Jahr haben wir hier nicht ein Spiel gewonnen«, erinnerte sich Team-Betreuer Günter Kutowski. Diesmal wurde gejubelt: Der BVB machte den dritten Turniersieg nach 2002 und 2004 perfekt.

Wichtig waren dabei gute Nerven und das nötige Glück: Nach zweimal neun Minuten stand es im Endspiel gegen die Weserspucker 2:2. Jens Kurrat und Lothar Sippel hatten Dortmund zweimal in Führung gebracht, Christian Krug (RW Maaslingen) und Sascha Schumann (Union Minden) jeweils ausgeglichen. Die Neuzugänge führten sich wie Torwart-Routinier Michael Bigalk (FC Bad Oeynhausen) bei ihrer Turnier-Premiere toll ein.

Während Schumann mehrfach seinen gefürchteten »Hammer« auspackte, bestach Bigalk durch Ruhe und Klasse-Reflexe auf der Linie. »Er war überragend«, meinte Teamkollege Christoph Könemann. Nur im Finale leistete sich Bigalk einen Patzer, als er einen harmlosen Schuss von Sippel zum 1:2 ins Tor gleiten ließ. »Der war zu schwach geschossen, die kann ich nicht halten«, flachste Bigalk, der nur wenige Sekunden nach der Panne durchatmen konnte: Schumann jagte das Leder per Drehschuss in den BVB-Kasten.

Im anschließenden Neunmeterschießen schien Bigalk dann zum Helden zu avancieren, indem er drei Neunmeter in Folge parierte und seiner Mannschaft vor dem fünften Schuss den Matchball bescherte. Ausgerechnet jetzt verließ Sascha Schumann aber der Killer-Instinkt: Der beste Turnier-Torjäger (mit vier Treffern gleichauf mit Werder Bremens Sören Seidel) scheiterte - und in der Neunmeter-Lotterie wurden neue Lose gezogen. Im zweiten »Durchgang« war plötzlich jeder Schuss ein Treffer. Lothar Sippel brachte den BVB mit 6:5 in Führung, ehe Christoph Könemann als insgesamt 18. Schütze zum Punkt schritt. Pech für Könemann, der im ersten Durchgang souverän verwandelt hatte: Sein Schuss sprang an die Unterkante der Latte und von dort nach Meinung von Schiedsrichter Manfred Führer nicht hinter die Linie - Dortmund jubelte.

Für Könemann war es ein schmerzhaftes Déjá-Vu-Erlebnis. »Gegen Dortmund habe ich schon einmal im Halbfinale einen Neunmeter verschossen. Trotzdem war es ein schönes Turnier«, grämte sich der tragische Held nicht zu sehr. Auch bei Christian Krug überwog die Freude: »Ich bin stolz darauf, wie wir uns präsentiert haben.« Währenddessen ließen die Dortmunder die Weserspucker-Trophäe durch die eigenen Reihen wandern.

Billy Reina (Dortmund) und Oliver Neuville (Gladbach) hatten zwar auf die Reise nach Minden kurzfristig verzichtet, doch das wertete die Top-Veranstaltung nicht ab. Viele Bundesliga-Größen früherer Tage tummelten sich zur Freude der 2200 Zuschauer auf dem Parkett. So machten unter anderem Edel-Techniker Karlheinz Pflipsen (Gladbach), Werder-Europameister Dieter Eilts oder der Martin Max den Hallen-Spaß mit.

Vorjahressieger Gladbach marschierte mit drei Siegen durch die Vorrunde und schien erneut ein heißer Titel-Tipp zu sein. Im Halbfinale war aber Endstation gegen die Weserspucker. Christian Riedel und Christian Krug sorgten für die 2:0-Führung. Pflipsen traf zum Anschluss, ehe Schumann alles klar machte. Das Halbfinale zwischen Dortmund und Werder ging 3:2 aus. Günther Breitzke lief zu Höchstform auf und erzielte alle drei Tore für die Borussen. Danach gab's den finalen Showdown.


17.01.2011