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Fotos: Bernd Horstmann
27. Weserspuckerturnier
Wörns führt Dortmund zum Sieg
Erst stürmten sie zur Titelverteidigung, dann gaben sie auch
in der »dritten Halbzeit« Gas: Borussia Dortmund hat beim 27.
Weserspucker-Turnier in Minden am Samstag den Ton angegeben. Im
Endspiel besiegten die schwarz-gelben Traditionskicker das
heimische Weserspucker-Team in einer Neuauflage des
Vorjahresendspiels mit 5:0 und ließen es anschließend auf der
»Player's Party« in der Kampa-Halle sowie zu späterer Stunde
in der Innenstadt krachen. Borussia Dortmund hat wie im
vergangenen Jahr auch das Mindener Turnier für
Traditionsmannschaften gewonnen. Der Weserspucker-Pokal wandert
für ein weiteres Jahr ins Ruhrgebiet.
Zum Spieler des Turniers wurde Christian Wörns (39)
gewählt. Der Ex-Nationalspieler in Reihen des BVB zeigte bei
seiner Minden-Premiere ungeahnte Offensivqualitäten und kam am
Ende auf fünf Treffer. Drei Mal traf der eigentlich eher für
Abräumerqualitäten bekannte Akteur allein im Finale gegen die
Weserspucker. »Er hat einen großen Anteil an unserem Titel«,
lobte Lothar Sippel (ebenfalls fünf Tore) den Teamkollegen und
66-fachen Nationalspieler. »In der Halle sind die Wege
kürzer«, hatte Wörns eine simple Erklärung dafür, warum er
so oft vor dem gegnerischen Kasten auftauchte.
Peter Quallo hatte die Dortmunder im Endspiel in der 4.
Minute in Führung gebracht, ehe im zweiten Abschnitt die
BVB-Gala begann. Jeder Schuss ein Treffer: Während den
Schwarz-Gelben alles gelang, waren die Weserspucker anders als
beim unglücklich verlorenen Neunmeterschießen 2011 schnell
außer Titel-Reichweite. Neben Wörns traf noch Tim Gutberlet
zum zwischenzeitlichen 4:0.
»Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen und konnten
selbst in Führung gehen. Vor dem 0:1 haben wir nicht
aufgepasst. Dortmund war im Endspiel die bessere Mannschaft,
aber der Sieg ist etwas zu hoch ausgefallen«, sagte
Weserspucker-Teamchef Rolf Kuntschik. Die Enttäuschung hielt
sich beim Trainer des FC Bad Oeynhausen aber in Grenzen: »Wir
haben ein super Turnier gespielt. Die kleine Reise im Finale
kann ich verschmerzen.« Das gegenüber dem Vorjahr leicht
veränderte Weserspucker-Team (u.a. mit René Müller und Volker
Wehrmann für die Maaslinger Sascha Schumann und Christian Krug)
hatte sich in Gruppe B erstaunlich souverän mit neun Punkten
für das Halbfinale qualifiziert, wo man sich ein umkämpftes
Duell mit dem 1. FC Nürnberg lieferte. Nürnberg spielte ein
starkes Turnier und hatte mit Torwart Darius Kampa in der
Kampa-Halle einen starken Rückhalt. Die 1:0-Führung durch
Christoph Könemann (3.) glich Turnier-Torschützenkönig Sasa
Ciric (sechs Treffer) für die »Clubberer« aus (10.). Im
Neunmeterschießen machte Michael Bigalk mit einem gehaltenen
Neunmeter den Weg ins Finale frei. Als letzter Schütze
verwandelte René Müller. Bigalk bügelte so einen
Könemann-Fehlschuss aus. »Köne« hatten schon im
Vorjahresfinale beim finalen Fehlschuss die Nerven versagt.
Der BVB benötigte eine gewisse Anlaufzeit: Nach einem 3:3
gegen Eintracht Frankfurt kam der Titelverteidiger in Fahrt und
schloss die Gruppenphase noch als Erster ab. In einem rasanten
Halbfinale setzte sich der Titelverteidiger mit 3:2 gegen
Hannover 96 durch. Obwohl die meisten Dortmunder Akteure einen
Tag zuvor bei einem Traditionsturnier in Gera aufgelaufen waren,
reichte die Energie auch noch für das Endspiel, in dem der BVB
die beste Leistung zeigte. »Man muss auch die Weserspucker
loben. Sie haben hier heute mit den besten Fußball gespielt«,
sagte Dortmunds Lothar Sippel. Im Vorjahr hatte sich auch der
BVB darüber echauffiert, dass die Gastgeber mit einer aus ihrer
Sicht zu jungen Truppe angetreten waren. »Diesmal war alles
fair«, fand Sippel.
Die Stars von gestern versprühten bei der 27. Auflage des
Weserspucker-Turniers viel Fußball-Zauber. Etwa 2400 Zuschauer
kamen voll auf ihre Kosten, zumal mit Frank Mill (BVB), Michael
Wiesinger (Nürnberg) oder eben Christian Wörns einige neue
prominente Gesichter zu sehen waren. Nach dem Siegeszug im
Turnierverlauf starteten die Borussen noch einen Zug durch die
Gemeinde: Zahlreiche BVB-Asse feierten bis spät in die Nacht
erst auf der Spielerparty unter dem Dach der Kampa-Halle und
ließen sich dann später in die Mindener Innenstadt bringen, wo
sie Seite an Seite mit den Weserspucker-Akteuren im »Markt 15«
das Turnier ausklingen ließen. Auch die »dritte Halbzeit«
hatte es an diesem Wochenende in sich.
01.2012
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