Ein fades Gericht
GWD Minden erlebt beim »Sportmenü« ein 26:35-Debakel
gegen Ahlen-Hamm
Die 600 Fans hatten viel erwartet. Der Trainer auch. Nach
dem 26:35 (12:15)-Debakel gegen Erstligaaufsteiger HSG
Ahlen-Hamm fand Ulf Schefvert deutliche Worte: »Die zweite
Halbzeit konnte man vergessen!«
Handball-Zweitligist GWD Minden wollte sich im Rahmen des
traditionellen »GWD-Sportmenüs«, der offiziellen
Präsentation der neuen Mannschaft, seiner Anhängerschaft von
der besten Seite zeigen. Am Ende aber sorgte er nach einer
schwachen, in einigen Phasen sogar peinlichen Vorstellung
dafür, dass das Menü zu einem faden Gericht ohne Würze
wurde. Geschmack auf mehr sieht jedenfalls anders aus. Auch
die hohen Ambitionen konnten gestern in keinster Weise
untermauert werden, wenngleich die Mindener angesichts ihres
Etats und ihrer personellen Besetzung weiter der klare
Favorit auf den Titel in der Nordstaffel und die Rückkehr
ins Oberhaus sind.
Deutlich wurde gegen die vom ehemaligen Lübbecker Coach Jens
Pfänder trainierte Spielgemeinschaft aus Ahlen und Hamm,
dass derzeit noch ein großes Brandherd in der Deckungsmitte
besteht. Aufgrund des Fehlens von Kreisläufer Carl-Johan
Andersson (Nasenblessur), »der mein Abwehr-General werden
soll« (Schefvert), mussten die beiden Youngster Christian
Skusa und Jannis Helmdach den Part übernehmen. Insbesondere
Helmdach schien mit dieser Aufgabe aber oftmals überfordert,
hing zu häufig am Gegner, als dass er ihn frühzeitig bremsen
konnte. »Die Deckungsarbeit wird in den kommenden Tagen
unsere größte Baustelle sein. Da müssen wir noch richtig
nachlegen.« Im Angriff wussten die Grün-Weißen allerdings
auch nur gut 20 Minuten zu überzeugen. Da stand es gegen den
Bundesligaaufsteiger 10:10. Danach aber lief bis zur 40.
Minute nichts mehr. Nach dem 12:15 zur Pause war das, was
die Mannschaft in den ersten zehn Minuten des zweiten
Abschnitts bot, indiskutabel. Ahlen-Hamm setzte sich
problemlos auf 23:12 (!) ab und brachte damit Ulf Schefvert
auf die Palme, was seine Mannen in einer Auszeit auch
lautstark registrieren konnten.
Vorn waren es letztlich nur die Einzelaktionen eines Dalibor
Doder und von Linkshänder Marian Hunady, die verhinderten,
dass das Debakel noch größere Dimensionen annahm. Im linken
Rückraum blieben Helmdach und Madsen ganz ohne Torerfolg,
konnte aber auch Barna Putics (2) nicht überzeugen. Zudem
wirkte Christian Skusa am Kreis wie ein Fremdkörper. »Das
alles ist aber auch kein Wunder,« sah Trainer Schefvert
natürlich die vorhandenen Defizite. »Wir haben bislang nur
Kraft trainiert, haben lediglich eine einzige
Trainingseinheit mit dem Ball absolviert. Ich denke, dass
das am Mittwoch in Steyerberg gegen Lemgo schon sehr viel
besser aussieht.«
GWD Minden: Persson, Dresrüsse (ab 46.); Schmidt (5), Skusa
(1), Steinert (2), Putic (2), Doder (6/1), Madsen, Gylfason
(1), Helmdach, Hunady (6), Oevermann (2), Südmeier (1)